Autor Thema: Investmentmethoden  (Gelesen 4520 mal)

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Investmentmethoden
« am: Mai 19, 2004, 12:01:37 Nachmittag »

Investmentmethoden

Aus allen denkbaren Möglichkeiten, wie und wann jemand investiert, können sieben verschiedene Investmentmethoden identifiziert werden. Die folgende Abbildung soll das veranschaulichen:





Merksatz: Die meisten Menschen betreiben die eine oder andere Form von »Event-Investments«. Und sie bleiben genau deshalb dauerhaft arm.

Abbildungsbeschreibung: Dies brauchen Sie nur zu lesen, falls Sie nicht Ratensparen!

Beginnen wir rechts außen. »Regelmäßige Investition einer bestimmten Sparrate in denselben Anlagetitel«, also zum Beispiel im Januar 100 Euro, im Februar 100 Euro, im März 100 Euro und so weiter. Oder jeweils im Januar und im Juli meinetwegen 500 Euro. Diese Investmentmethode nennen wir Ratensparen. Das Ratensparen ist aus mehreren Gründen die idealtypische Investmentmethode zur Vermögensbildung und Altersvorsorge. Auch korrespondiert diese Investmentmethode perfekt mit jener Sparform, mit der regelmäßig eine bestimmte Sparrate beiseite gelegt wird, nämlich mit dem Grundsparen.

Merksatz: Das Ratensparen ist die idealtypische Investmentmethode zur Vermögensbildung und Altersvorsorge.

Das Ratensparen ist eine Investmentmethode, das Grundsparen ist eine Sparform.

Links daneben steht »Regelmäßiger Kauf einer bestimmten Anteilsstückzahl desselben Anlagetitels«, also zum Beispiel im Januar 2 Anteile, im Februar 2 Anteile, im März 2 Anteile und so weiter. Oder jeweils im Januar und im Juli meinetwegen 4 Anteile. Diese Investmentmethode nennen wir Anteilsstücksparen.

Auf den Vergleich dieser beiden erstgenannten Investmentmethoden bezieht sich der Cost-Average-Effekt. Schon hier soll betont werden, daß sich der Cost-Average-Effekt nicht auf den Vergleich von Ratensparen und Einmalanlage bezieht, wie es vermeintliche »Experten« immer wieder behaupten und deshalb falsche Schlußfolgerungen ziehen. Schlußfolgerungen, die jene Bürger, die sich nicht selbst bilden, zu falschen Spar- und Investment-Entscheidungen verleiten!

Links daneben im oberen Teil steht »Regelmäßiger Kauf einer variierenden Anteilsstückzahl desselben Anlagetitels«, also zum Beispiel im Januar 2 Anteile, im Februar 4 Anteile, im März 1 Anteil, im April 2 Anteile und so weiter. Dieser Investmentmethode brauchen wir keinen Namen zu geben.

Bei im Preis schwankenden Anlagetiteln kaufen Sie natürlich auch beim Ratensparen regelmäßig eine variierende Anteilsstückzahl, aber dort ist die Sparrate konstant, während hier unterschiedliche Sparbeträge investiert werden. Beispielsweise könnten Sie regelmäßig einen Teil vom Weihnachtsgeld oder einer etwaigen Jahres-Tantieme investieren, aber beides schwankt vielleicht in der Höhe.
 
Im unteren Teil rechts steht »Unregelmäßiger Kauf einer bestimmten Anteilsstückzahl desselben Anlagetitels«, also zum Beispiel im Januar 2 Anteile, im März 2 Anteile, dann erst wieder im August 2 Anteile und so weiter. Diese Investmentmethode ist eine Variante von »Event-Investments« (»Typ 1«), das heißt, in diesem Fall investieren Sie zu bestimmten Ereignissen (engl. event). Beispielsweise, wenn Sie eine Erfolgsprovision oder Weihnachtsgeld vom Arbeitgeber, einen Scheck von der Tante oder eine Steuerrückzahlung vom Finanzamt erhalten. Oder wenn Sie meinen, der gewünschte Anlagetitel stünde gerade besonders »günstig«. Verbreitet ist diese Investmentmethode auch deshalb, weil für manche Anlagetitel eine Mindestabnahmemenge verlangt wird.

Und im unteren Teil links steht »Unregelmäßiger Kauf einer variierenden Anteilsstückzahl desselben Anlagetitels«, also zum Beispiel im Januar 1 Anteil, im März 3 Anteile, im August 2 Anteile und so weiter. Diese Investmentmethode ist eine zweite Variante von »Event-Investments« (»Typ 2«). Sie umfaßt auch jene Fälle, in denen Investoren erklären, sie hätten bei einem Titel »nachgekauft«. Das haben Sie bestimmt schon mal gehört. Oder sogar selbst gesagt.

Im linken Drittel der Abbildung geht es weiter mit »Unregelmäßige Investition in verschiedene Anlagetitel«, also zum Beispiel im Januar Titel A, im April Titel B, im August Titel C, im November nochmal Titel B und so weiter. Diese Investmentmethode ist eine dritte Variante von »Event-Investments« (»Typ 3«) und ist vermutlich am weitesten verbreitet. Hunderte von Millionen Menschen investieren auf diese Art und Weise ihre Ersparnisse. Weniger systematisch und damit im längerfristigen Durchschnitt auch weniger erfolgreich kann man kaum investieren! Und genau deshalb ist die Mehrheit der »Geldanleger« im längerfristigen Durchschnitt erfolglos. Sie lesen einen tollen Artikel hier, bekommen einen heißen »Insider-Tip« dort, und »verzocken« dann mehrheitlich ihre Ersparnisse. Wie dumm!

Die letztmögliche, klar abgrenzbare Investmentmethode definieren wir als »Einmalige Investition je Anlagetitel«, also zum Beispiel im Januar Titel A, im August Titel B und so weiter. Diese Investmentmethode nennen wir Einmalanlage. Das ist die Investmentmethode, die in der Regel reiche Menschen, also wahre Vermögensverteiler wählen.
Hin und wider werden zwar auch Vermögensverteiler den für eine Anlageform oder einen Anlagetitel vorgesehenen Investmentbetrag auf mehrere Zeitpunkte aufteilen, also gewissermaßen »nachkaufen«, aber in der Regel investieren sie den für eine Anlageform oder einen Anlagetitel vorgesehenen Investmentbetrag auf einmal. Eben weil sie ihr bereits vorhandenes Vermögen verteilen, und dazu gehört bei ihnen von Zeit zu Zeit die Umschichtung von Teilen ihres Vermögens. Je nachdem, wie sich im Zeitverlauf ihre Ziele ändern (Verfügbarkeit des Vermögens, regelmäßige Einnahmen aus dem Vermögen, Steuerzahlungen senken, Optimierung der Vererbung des Vermögens und so weiter).

Gewiß ist es hilfreich, sich einmal die unterschiedlichen Investmentmethoden vor Augen geführt zu haben. Nur wer strukturiert denkt, kann auch strukturiert handeln. Verschiedene Sachverhalte gedanklich klar trennen zu können, ermöglicht doch überhaupt erst, sie auch in der Praxis, im täglichen Leben, zu identifizieren. Und sie entweder gezielt zu meiden oder sie gezielt zu wählen.

Merksatz: Wissen Sie genau, was Sie warum tun?

Machen Sie sich bewußt: Ohne zielorientiertes Denken und Handeln können Sie im besten Fall Zufallserfolge erzielen. Aber Zufallserfolge sind im Bereich der Finanzen noch unwahrscheinlicher als beim Lotto, weil es in der Regel jemanden geben wird, der Ihren Erfolg gezielt verhindert!

Merksatz: Beim Thema Geld sind Zufallserfolge äußerst selten!

Und sich bei den eigenen Finanzen auf Zufallserfolge verlassen zu haben, deprimiert regelmäßig die Mehrheit jeder Rentnergeneration. Aber dann ist es für eine Korrektur zu spät. Wie schade, nicht wahr?


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